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Reisebericht: Mein Indien-Abenteuer!
Am 15.06.2009 begann meine Reise nach Indien. Bereits bei meiner Ankunft am Flughafen Bangalore entdeckte ich die ersten Leute mit Mundschutz. Sind das schutzmasken vor der Schweinegrippe? Bei der Einreise fanden Gesundheitskontrollen inklusive Fiebermessungen statt – zur Vorbeugung. Die Reise nach Indien war meine erste Reise in ein Schwellenland, so dass ich ein ganz schön mulmiges Gefühl hatte. Jedoch sah ich bei dem Verlassen des Terminals bereits einen freundlich aussehenden Menschen, der das i-to-i Schild hielt und mich zu den i-to-i Betreuern Asha und Babi brachte.
Die erste Nacht in dieser fremden Welt war sehr entspannend und der nächste Morgen begann mit einem gemütlichen Frühstück. Anschließend machte ich meine ersten Erfahrungen mit dem indischen Großstadtverkehr. Natürlich bin ich nicht selbst gefahren. Nachdem wir uns an den vielen Straßenhunden und den fahrenden Händlern vorbeigeschlängelt hatten, erreichten wir mein erstes Projekt namens „Sheila Kothavala Institute fort he Deaf“, eine Gehörlosenschule. Die Kinder hier waren alle sehr fröhlich und sie genießen ihre Schultage sehr. Einer der Lehrer ist ebenfalls gehörlos und besuchte diese Schule früher selbst!
Später besuchten wir noch das Ashraya-Projekt und das Cheshire Home Projekt. Das Ashraya-Projekt bietet Straßenkindern ein zu Hause. Das Cheshire Home Projekt ist ein Projekt, in dem sozialschwache Gesellschaftsmitglieder gefördert werden. Ich war begeistert über den Zustand der Projekte und stellte fest: Hier kann man wirklich seinen Beitrag leisten, die Hilfe kommt an.
Am nächsten Tag besuchten wir weitere Projekte. Zunächst ging es in die Concerns Foundation, wo wir von weinenenden 3-4 jährigen empfangen wurden, die an diesem Tag ihren 1. Schultag hatten. Aber nach einem Stückchen Kuchen sah ihre Welt schon wieder viel bunter aus und sie lachten zufrieden. Die Wände des Gebäudes strahlten ebenfalls in bunten Farben. Sie wurden von i-to-i Volunteers bemalt! Später ging es zu dem Projekt Blessings, wo ich direkt 2 Volunteers wieder traf, die ich bereits am Vorabend kennen gelernt hatte. Danach besuchten wir an diesem Tag noch das YMCA, wo eine Meute kleiner Jungen unbedingt fotografiert werden wollte. Die Kinder hier sind wahnsinnig aufgeschlossen und suchen den Kontakt zu den Volunteers.
Am nächsten Morgen wurden wir in die indischen Riten und Gebräuche eingeweiht. Alle Volunteers hatten das große Glück zu einer Hinduistischen Hochzeit eingeladen zu sein. Diese begann mit einem gemeinsamen Frühstück, danach durften wir die Zeremonie miterleben. Im Anschluss erfolgte ein gemeinsames Mittagessen. Um 13:00 Uhr muss die Feier bereits vorbei sein, denn sonst bedeutet dies in Indien Unglück!!!
Anschließend besuchten wir den Botanischen Garten von Bangalore, „Lalbegh“ und gehen shoppen. Hier haben wir die schönsten Schals und Stoffe zu Gesicht bekommen.
Am folgenden Tag flog ich über Mumbai weiter nach Jaipur. Hier wurde ich von Srishti abgeholt und wohnte bei ihr und ihrer Familie. In Jaipur war es wahnsinnig heiß:43°C. Nicht vergessen: viel trinken!
Nachmittags machten wir Sight Seeing in der „Pink City“, der Innenstadt, und auf den Bazaren von Jaipur. Hier hat man von bunten Taschen über Lederschuhe bis hin zu Schmuck aus Silber und Gold alles in den drei parallel angelegten Bazaren von Jaipur gefunden. Abends besuchten wir Chokhi Dhani – ein Modelldorf, in dem gezeigt wurde, wie die Menschen früher in einem traditionellen rajhastanischen Dorf gelebt haben. Handwerker und Künstler führen ihr Können vor und an kleinen Marktständen kann man traditionelle Dinge kaufen. Zum Abschluss gab es ein traditionelles Abendessen.
Am nächsten Morgen begann der Tag bereits um 04:30 Uhr, damit wir die noch sehr angenehmen Temperaturen ausnutzten und rechtzeitig bei den Elefanten ankamen. Wir besuchten Amber und das dortige Elefanten-Projekt. Die Elefanten werden gebadet, bemalt und für ihre Arbeit als Reittiere für die Touristen des Amber Forts vorbereitet. Es war aufregend, den ersten Elefanten zu streicheln. Ihre Haut ist rau und borstig. Zudem gab es einen kleinen Baby-Elefanten: 22 Monate alt und sehr sehr frech! Ich fand es aufregend, den Elefanten so nah zu sein.
Später besuchten wir dann auch die Amber Forts. Hierbei handelt es sich um eine beeindruckende Festung, deren Gründung bis ins Jahr 867 zurückreichen soll. Dort trafen wir auch die Elefanten wieder.
Anschließend ging es zur „Vikhaan School“, in der zu dieser Zeit des Jahres, den Sommerferien, eine „Summer School“ abgehalten wird. Dort können die Kinder neue Sportarten kennen lernen, basteln, tanzen und vieles mehr. Uns wurden verschiedene Tänze und eine Karateübung gezeigt. Die Kinder haben eine riesige Lebensfreude.
Als nächstes lernte ich Herrn Deepak, den Leiter des Theaterprojektes, und sein Projekt kennen. Bollywood im Kleinen: Hier können Kinder aus sozial schwachen Familien ihre Freizeit sinnvoll gestalten. Die Stücke werden sogar vor Publikum aufgeführt.
Nachmittags gab es dann noch etwas Sightseeing – darunter der City Palace, den Birla Tempel und eine Mall.
Abends hatten wir Zeit für uns und konnten die ganzen Eindrücke ein wenig auf uns wirken lassen.
Am 21.06.2009 flog ich nach ein paar mehr Stunden Schlaf über Mumbai nach Kochin. Dort wurde ich von Matthew abgeholt und traf später am Abend auch Rakhi, die Koordinatorin, und ihre Familie. Wieder einmal hatte ich sehr gastfreundliche Menschen kennen gelernt, die mir das ankommen in diesem Schwellenland um vieles erleichterten. Ich kann die Homestays wirklich nur weiterempfehlen!
Am nächsten Tag ging die Fahrt nach Kochin, wo wir mit hilfebedürftigen Kindern arbeiteten. Zunächst besuchten wir eine von Nonnen geführte Schule für gehörlose Kinder. Wir begleiteten Matthew und Russel, ein Volunteer, der an diesem Tag seinen ersten Tag dort hatte. Später besuchten wir Raksha, eine NGO, die sich behinderten Kindern und Jugendlichen annimmt, sie unterrichtet und ihnen auch berufliches Training gibt. Hier werden auch Lehrer auf die speziellen Bedürfnisse dieser Kinder ausgebildet.
Anschließend ging die Fahrt weiter zur Catalongoo School. Diese Schule wird ebenfalls von Nonnen geführt und hilft behinderten Kindern. Unter der Woche können die Kinder hier auch wohnen.
Zwischendurch gab es auch hier wieder etwas Sightseeing durch die Altstadt von Fort Kochin mit seinen alten Fortruinen und den berühmten chinesischen Fischernetzen.
Der nächste Tag bestand aus Sightseeing und Freizeitaktivitäten. Wir fuhren nach Alleppey, wo wir ein Backwater-Schiff besichtigten und eine kleine Tour machten. Zum Abschluss besuchten wir noch ein traditionelles Fischerdorf.
Am nächsten Tag ging der Flug über Bangalore wieder zurück nach Frankfurt. Ich hatte zwei sehr abwechslungsreiche Wochen in Indien erlebt, die mir einen guten Einblick über die Kultur und das Land gegeben haben. Zudem hat es mir gezeigt, wie wichtig die Volunteer-Arbeit vor Ort ist und welche Ziele mit der Hilfe von jedem einzelnen von uns erreicht werden können.
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