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Reisebericht: Sumatra Bob Marley -Teil 1
Indonesien besuchten wir (Stephi und meine Wenigkeit) zum ersten Mal im Jahr 2003. Damals waren wir für 6 Monate auf Südostasien Tour und fuhren dabei quer über den Kontinent nach Thailand, Cambodia, Malaysia, Singapur und Vietnam. Wir hatten am Anfang unserer Reise auch eine Fahrt nach Indonesien geplant, dies aber aufgrund des Bombenattents auf Bali wieder verworfen und dafür China auf unseren Reiseplan gesetzt. In Vietnam trafen wir dann zufällig auf einer Holz-Dschunke in der Halong Bay einen Deutschen, der uns von der Schönheit des Toba-Sees auf Sumatra erzählte und uns wärmstens riet dorthin zu reisen. Er schwärmte uns von der tollen Natur und der Unberührtheit der Insel vor und machte uns richtig Lust dieses Land zu erkunden. Daß wir dann, aufgrund des chinesischen Neujahrs, kein Visum zur Einreise nach China bekamen, war wohl Schicksal und wir fuhren über Bangkok und Malaysia-Penang schlußendlich doch nach Sumatra-Indonesien. Wir waren von Anfang an so beeindruckt von der riesigen Insel und haben bis heute nie bereut diesen Entschluß getroffen zu haben. Im Gegenteil...
Unsere erste Station auf Sumatra: Medan
Pünktlich startet die Fähre von Penang-Malaysia über die Straße von Melakka nach Medan (Ost-Sumatra). Diese Meeresenge (zwischen Malaysia und Sumatra) ist die gefährlichste der Welt, sagt mein Reiseführer, wo heute noch Piratenüberfälle auf der Tagesordnung stehen. Diese passieren aber meist nur nachts, versucht mein Reiseführer zu beruhigen... Man sollte sich nicht abschrecken lassen, beruhige ich wenig später Stephi, denn hauptsächlich haben es die Piraten auf Containerschiffe mitsamt Ladung abgesehen, weshalb man tagsüber anreisen sollte und das tun wir ja auch... Die 4-stündige Überfahrt kostet uns pro Person umgerechnet ca. 10€ (70.000 Rupieh). Heil in Medan angekommen, musste erstmal das ganze Schiff komplett entladen werden. Dies dauert ca. 2 Stunden und solange können wir auch nicht aussteigen- aber wir tragen es mit asiatischer Gelassenheit...schließlich sind wir schon fünf Monate unterwegs und kennen Situationen wie diese zu genüge. An der Zollstation angekommen, bringen wir noch die langwierigen Imigration-Prozesse hinter uns und dann sind wir endlich da, Sumatra!
Vom Hafen aus gelangen wir mit einem Hauptbus in das Zentrum von Medan, wo uns unzählige Schlepper erwarten. Einer von ihnen bringt uns zu einem Tourist-Office, um die Fahrt zum Toba-See zu organisieren. In dem sonst etwas runtergekommenden Office hängen wunderschöne Bilder von traumhaften Stränden und Inseln und wir erkundigen uns, wo diese Plätze zu finden seien. Die Jungs im Office erzählen uns, daß eines der Bilder, auf welches wir zeigen, Pulau Weh sei, ganz im Norden der Insel. Wir fragen unseren Schlepper, ob er dieses Ziel kenne aber er winkt ab. Daher leihen wir uns einen Lonely Planet von einem anderen Pärchen aus und finden eine Reisewarnung für diese Region der Insel und verwerfen das Thema fürs Erste, denn dann geht es auch schon los zum Toba-See.
Wir fahren ca. 2 Stunden zu einem Spottpreis in den kleinen Ort Prapat, welchen wir in Dunkelheit erreichen. Dort machen wir das erste Mal die interessante Erfahrung an einem Ort zu sein, wo niemand auf Touristen wartet und die Leute auch kein Englisch sprechen. Mit Händen und Füßen gestikulierend versuchen wir ein Guesthouse zu finden, was uns letztendlich auch gelingt. Die Absteige ist dreckig und heruntergkommen, was uns eigentlich, vorausgesetzt man lebt nicht für immer in so einem Loch, auch nichts ausmacht. Wir wollen ja nur eine Nacht bleiben. Am Abend finden wir nix zu Essen und begnügen uns mit einem Müsliriegel mit Wasser und kriechen früh in unseren Tropenschlafsack, gute Nacht Sumatra... Am nächsten Morgen gehen wir zum Seeufer um ein Boot auf die Halbinsel Samosir zu nehmen, die im Zentrum des Toba-Sees liegt. Dort lernen wir einen Jungen kennen, der in einem Guesthouse auf der Insel arbeitet und schließen uns ihm an. Auf der kurzen Bootsfahrt sind wir die einzigen Touristen, was aber auf Sumatra nicht ungewöhnlich ist. Unser 'Guide', der neben uns sitzt, erzählt uns ein wenig über die Insel Samosir und wir beobachten die um Geld kartenspielenden Männer auf dem Boot, was eigentlich ja verboten ist. Aber Indonesier nehmen solche Gesetzte wohl nicht so ernst ;-)
Barbara Guesthouse in Ambarita
Das Barbara Guesthouse in Ambarita gefällt uns auf Anhieb und wir verbringen wunderbare Tage auf der Insel. Das Resort ist im Batak-Stil errichtet worden und befindet sich ruhig und idyllisch direkt am See-Ufer. Auf Samosir nehmen wir auch wieder unser erstes richtiges Essen ein. Ein typisches Gericht der Region ist Hund (!!). Uns wurden sogar lebende Hunde angeboten, die man gleich schlachten und uns lecker zubereiten könne. Aber das wollen wir natürlich nicht ausprobieren...vielmehr wollen wir alle Hunde kaufen um sie vor ihrem schrecklichen Schicksal zu bewahren. Wir lehnen also freundlich ab denn es ist uns nicht nach Hund, vielmehr stärken wir uns mit einem Omlett, Reis und Tee.
Mit Boots und einem gemieteten Motorbike erkunden wir die Insel. An den darauf folgenden Tagen besuchen wir das Batak-Museum, die alte Versammlungsstätte Tomok und die schwefelhaltigen HotSprings bei Pangururan (der westliche Verbindungspunkt zum Festland über eine kleine Straße). Außerdem kauften wir viele tolle Souvenirs, wie z.B. Batak-Magic Sticks oder Batak-Kalender. An diesen einzigartigen Stücken, welche wir in unseren Rucksäcken quer durchs Land schleppten, erfreuen wir uns noch heute!
Unser nächstes Ziel nach dieser entspannten Woche sind die Orang Utans von Bukit Lawang. Dorthin wollen wir über die Batak-Stadt Brastagi anreisen. Brastagi liegt 1.320 Meter über dem Meer und ist Teil des Barisan-Gebirges. Man erreicht es am Besten über das 66 km entfernte Medan, an der Westküste Sumatras. In der Region befinden sich die Vulkane Sinabung ( 2.451 m ) und Sibayak ( 2.300 m ) und zudem die Heimat der Karo-Batak. Die Batak Stämme lebten bis Mitte des 19. Jahrhunderts völlig isoliert und konnten so ihre eigene Kultur bewahren. Brastagi ist eine kleine Stadt mit einer großen Hauptstrasse und mehreren Seitenarmen- alles in allem ein kleiner Ort mit ca. 16.000 Einwohnern und kein Vergleich zum etwas stressigen Medan mit seinen vielfachen Einwohnern (ca.2 Mio). Brastagi erscheint uns auf den ersten Blick sehr trist und wenig touristisch. Die Hotelangaben in unserem Reiseführer stimmen nicht mehr und wir irren mehr oder weniger verloren in der Stadt umher, aber schließlich finden wir doch einen Schlafplatz. Von den sechs im Reiseführer beschriebenen Guesthäusern gibt es tatsächlich nur noch zwei. Später am Abend lernen wir in einem Internet-Cafe, wo wir uns über die Orang Utans von Bukit Lawang erkundigen wollten, Dr. Smiley alias Ismail Lubis kennen. Er ist Trekking-Guide auf Sumatra und fragte uns, ob wir nicht Lust hätten mit ihm eine Jungletour zu machen, um freilebende Orang Utans zu sehen. Das war natürlich viel spannender als Orang Utans in einer Aufzuchtsstation zu erleben und wir sagen gerne zu.
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Solche Reisen mag ich. Ein spannender Reisebericht. vg winni
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Ich mag Deine Berichte und Deine Art des Reisens. Bitte mehr davon...
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die Welt ist echt klein!
mit Dr. Smiley aus Berastagi sind wir in 2001 für eine knappe Woche nach Ketambe (Aceh) in den Jungle gezogen!
Vieles was Du beschreibst, haben wir dort mit ihm und seinen Leuten auch erlebt: Orang Utans, Lagerfeuer, Cue Pisang (Bananen cakes), Zelten ...
Der Wald dort ist fantastisch, ich kann mir vorstellen, dort bald nochmal hin zu gehen!
ciao,
Henk -
Hey Marco,
Super geschriebener Bericht! Macht echt Lust auf Sumatra! Ich hoffe das "to be continued" wird eingehalten ;-)
Gruß aus Österreich,
Andy -
Hey,
wir waren 1995 auf Sumatra und haben fast desselbe gemacht. Es ist schön zu lesen das sich nicht viel geändert hat. Ich freue mich schon auf dein Bericht von Lake Toba.
Ciao Anneken -
Hey Marco,
Klasse Bericht! War persöhnlich ein paar Mal auf Sumatra und kann es jedem nur nahe legen...Weiter so Gruß Charley -
Hallo Marco,
schade erst jetzt bin ich auf deinen Bericht gestoßen,das errinert mich sehr an meine Reise nach Borneo.
Lg Melanie -
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