Reisebericht

Reisebericht: Wanderung zum Folgefonngletscher.

Reisebericht: Wanderung zum Folgefonngletscher.

Auf unserer Norwegentour haben wir mehrere Wanderungen unternommen.
Der Weg zum Folgefonngletscher ist eine davon und mit normaler Wandererfahrung und Fitness gut zu meistern.

Einer der schönsten Fjorde Norwegens ist der Hardangerfjord. Die Region Hardanger ist von Stavanger, Bergen und Haugesund gut zu erreichen.
Hardanger heißt zum einen phantastische Fjordlandschaften und Hardangervidda, zum anderen natürlich Folgefonngletscher.

Stavanger oder Haugesund kommend, stößt man auf den südlichen Arm des Hardangerfjords, den Sollfjord. Im äußersten Zipfel liegt die Stadt Odda, welche auch der Ausgangspunkt der Wanderung zum Gletscher ist, welche ich Euch vorstellen möchte.
Als Übernachtungsmöglichkeit bietet sich der Zeltplatz von Odda an, der neben der guten Ausstattung durch seine traumhafte Lage am See überzeugt. Wer sich durch frühe Anreise ein entsprechendes Plätzchen sichert, kann seinen Sundowner direkt in seinem Campingstuhl auf dem Uferwall einnehmen.

Der Campinglatz ist an der Hauptstrasse (Rv 13) ausgeschildert und nicht zu verfehlen.
Die Strasse zum Zeltplatz ist auch schon die Richtige, um zu dem Dörfchen Buer im Buertal zu gelangen. Das Buertal zieht sich ca 4 km hin, vom Zeltplatz sind es noch etwa 2 km, die ganz Fitten können also als Tagestour auch die gesamte Strecke laufen.

Zunächst ist die Strecke im Buertal asphaltiert (Vorsicht sehr schmal, Gegenverkehr beachten). Nich davon abschrecken lassen, dass die Strasse dann plötzlich nur als Fahrweg weitergeht, es kommen wirklich noch ein paar Häuser. Endstation für das Auto ist dann ein Parkplatz, wo ca. 20 Fahrzeuge bequem Platz finden. Dort befinden sich auch ein paar Bänke für die Rast danach und eine Orientierungstafel. Der Parkplatz ist gebührenfrei.
Für die Wanderung haben wir ab hier etwa 4 Stunden gebraucht. 1,5 - 2 Stunden hin- eine halbe Stunde am Gletscher - 1,5 Std. zurück. Unbedingt zu empfehlen ist geeignetes Schuhwerk! Es ist wirklich eine richtige Wanderung, kein Spaziergang. Für den oberen Abschnitt sollte man einigermaßen fit sein. Nach meiner Einschätzung liegt der Anforderungsgrad etwas über der einer Wanderung zum Preikkestolen, deshalb auch für ganz kleine Kinder nicht geeignet.

Verlaufen ist nicht möglich, zum einen ist die grobe Richtung klar, zum anderen sind ausreichend Wegzeichen markiert.
Zunächst folgt man dem Fluß stromaufwärts. Da geht es noch ziemlich gemütlich unter Bäumen leicht bergan.
Der Zweite Abschnitt führt den Talhang hinauf, dabei sind mehrere kleinere Wasserläufe zu queren, das reicht von Hängebrücke (Schwindelfrei?) über Holzbohlen (Gleichgewichtssinn ok?) bis von Stein zu Stein (Schuhwerk!) .
Es ist nicht wirklich gefährlich, aber ein wenig aufpassen kann nicht schaden. Auch für diesen Abschnitt ca. halbe Stunde einplanen.
Im oberen Teil wird es stellenweise steil, da geht es nur noch unter zuhilfenahme der angebrachten Ketten oder Seile hinauf.

Belohnt wird man von den herrlichen Aussichten, wenn die Gletscherzunge erreicht ist. Auch die Zeit für einen Blick nach links und rechts während des Weges sollte eingeplant werden, überall plätschert und blüht es.
Auch im Sommer und wenn es im Tal heiß ist, empfehle ich ein Shirt oder irgend etwas anders zum Drüberziehen mit zunehmen, vom Gletscher weht ein, logischerweise, eiskalter Hauch herab.

Unbedingt abzuraten ist von einer Erkundung des Eisfeldes auf eigene Faust! Die Gletscherzunge ist stark zerklüftet und voller Spalten.
Wer den Gletscher begehen möchte, kann dies auch von Buer aus mit geführten Touren tun. Bei der Vermittlung helfen die Rezeption des Zeltplatzes oder auch die Touristinformation (direkt im Zentrum) in Odda.

Insgesamt eine sehr schöne und empfehlenswerte Wanderung mit viel norwegischer Natur, nicht überlaufen und in einer überschaubaren Zeit zu schaffen.
Bleibt mir nur zu wünschen, dass es Euch genauso gefällt wie uns.



 
 
 
 
 

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