Reisebericht

Reisebericht: Blockhüttenleben und Schlittenhunde in Alaska

 
 
 
 
 
Reisebericht: Blockhüttenleben und Schlittenhunde in Alaska

Ein Winter in einer abgelegenen Blockhütte in Zentralalaska. Eisig kalte Temperaturen und viele bleibende Erlebnisse mit den Schlittenhunden in der unberührten Wildnis prägen diese aussergewöhnliche Reise.

Start in das Abenteuer - Tanana

In Tanana wurden wir am Flugplatz schon von Stan erwartet. Er hatte uns bei unserer ersten Begegnung in seinem Fishcamp am Yukon eingeladen, einen Winter in seiner Blockhütte am Tozitna River zu verbringen. Natürlich konnten wir sein Angebot nicht abschlagen und entstiegen nun nach einem kurzen Flug von Fairbanks hierher als Einzige dem kleinen Flugzeug. Die Begrüssung gestaltete sich ziemlich kurz, denn alle wollten möglichst schnell wieder an die Wärme.
Während der knapp zwei Wochen, die wir bei Stan wohnten, lernten wir alles Nötige für die kommenden Monate, die wir in der Blockhütte verbringen wollten. Im Vordergrund standen natürlich die Hunde, und wir beide als komplette Anfänger auf diesem Gebiet hatten eine Menge zu lernen. Wie man aus getrocknetem Lachs und Hundefutter eine kräftige Suppe für die Tiere kocht, welcher Pflege sie bedürfen, das Anschirren und Einspannen vor den Schlitten, und viele andere Dinge. Anschliessend erhielten wir eine Einführung ins Schlittenfahren und standen bald selbst das erste Mal auf einem solchen Gefährt.

Sa, 5.12.98 (Tagebuchauszug)
Heute waren wir bereits zum ersten Mal mit dem Schlitten unterwegs und es war einfach genial! Wir fuhren während etwa 5 h und legten dabei gegen 40 km zurück.
Zuerst ging es der Strasse entlang auf einen Hügel hinauf, und von dort aus noch ein Stück weiter auf einem Trail in Richtung Tozi, bevor wir die Gespanne wendeten und ins Dorf zurück fuhren. Zum ersten Mal hier in Tanana liess sich die Sonne blicken (d.h. sie ging auf und gleich darauf wieder unter), wodurch der Himmel in allen Farben leuchtete und alles so unwirklich erscheinen liess. Dazu kam noch die schier endlos weite, tief verschneite Winterlandschaft, kurz es war einfach unglaublich schön.
Der Umgang mit den Hunden und das Schlittenfahren ist gar nicht so schwierig wie ich es mir vorgestellt habe, zumindest so lange alles normal läuft. Dafür ist es recht anstrengend, da man häufig laufen oder zumindest mit einem Fuss nachhelfen muss. So waren nach diesem Trip nicht nur die Hunde (28 Stück, verteilt auf 3 Schlitten), sondern auch wir ziemlich geschafft.

Daneben vermittelte uns Stan noch viel Wissenswertes über das Leben im Busch und besonders den Umgang mit den zusätzlichen Gefahren im Winter, vor allem natürlich der Kälte. Hier im Innern von Alaska, nur wenig unterhalb des Polarkreises gelegen, bewegen sich die Temperaturen zu dieser Jahreszeit im Bereich von -30° bis -40° C oder auch ein gutes Stück darunter. Besonders in Kombination mit Wind sind die Auswirkungen auf den menschlichen Körper, allem voran der Haut, natürlich schnell verheerend und so profitierten wir noch so gerne von seinem umfangreichen praktischen Wissen.

Mo, 7.12.98 (Tagebuchauszug)
Gute Neuigkeiten zu Beginn: Stan hat uns angekündigt, dass wir wahrscheinlich schon nächsten Sonntag oder Montag in unsere Cabin hinaus fahren werden, da er vor Weihnachten wieder zurück sein muss! Das tönt doch gut, nicht?
Heute haben wir erst am Nachmittag die Hunde angeschirrt und sind, nachdem sie gestern einen Tag Pause hatten, ausgefahren. Stan führte uns über ein paar recht anspruchsvolle Trails ausserhalb des Dorfes. Das war vielleicht ein Spass, in teilweise atemberaubendem Tempo durch den Winterwald zu rasen! Schon auf dem ersten Abschnitt verstauchte ich mir den Daumen als ich versuchte den Haken, der zum Bremsen benötigt wird, im Boden zu verankern und er sich auf dem harten Untergrund immer wieder los riss. Trotzdem genoss ich die Fahrt, und zeitweise kam es mir schon fast so vor als hätte ich mein Leben lang nichts anderes gemacht. Jetzt ist es schon wieder recht spät (die Zeit vergeht immer viel zu schnell!), und wir lassen den Tag gemütlich in unserer Behausung ausklingen.
Stan ist dabei, noch einen weiteren Schlitten zu bauen, obwohl er schon 4 oder 5 Stück davon hat, und ist auch sonst ständig beschäftigt, so dass er die Versorgung der Hunde immer mehr uns überlässt. Wir verstehen uns mit den Tieren schon ganz gut, doch gibt es immer noch viel zu lernen, da die Ernährung und Pflege eine Wissenschaft für sich ist.

Noch kurz zu Tanana:
Ein typisches Dorf entlang des Yukon Rivers. Ein Grossteil der ungefähr 800 Einwohner gehört zum Stamm der Athabaskan Indianer, daneben leben auch einige Weisse hier, hauptsächlich aus den unteren Teilen der USA. Sogar ein paar wenige Deutsche sind in dieses Dorf ausgewandert.
Jobs sind in diesen winzigen Dörfern, die ohne Strassenverbindungen zur Aussenwelt auskommen müssen, eher selten und so beschäftigen sich die Leute auf andere Weise. Viele verbringen die Sommermonate in Fishcamps entlang des Flusses, um Lachs zu fischen und zu trocknen als Vorrat für den Winter. Der grösste Teil davon dient als Hundefutter.
Im Herbst ist als besonderes Ereignis die Elchjagd hervorzuheben. Während der drei Wochen dauernden Saison wird fleissig gejagt, um die Kühltruhen für den bevorstehenden Winter zu füllen.
Im Winter dann sind die Hunde das grosse Thema. In Tanana soll es doppelt so viele Schlittenhunde wie Einwohner geben… Einige der Leute züchten ihre eigenen Hunde und verkaufen und tauschen diese dann mit Andern, meist mit der Absicht, ein möglichst schnelles Rennteam zusammen zu stellen.
So ist nicht verwunderlich, dass während der Wintermonate über wenig anderes als Hunde diskutiert wird und auch wir uns bei unseren gelegentlichen Besuchen im Dorf zu wahren Kennern der Szene gemausert haben.

Leider ist das Leben in einem Ort wie Tanana nicht nur so romantisch, wie obige Schilderung vermuten lässt. Alkohol- und Drogenabhängigkeit haben erschreckende Ausmasse angenommen. Gründe dafür sind unter anderem sicherlich die hohe Arbeitslosigkeit, die Zahlungen von Staat und Ölkonzernen an die Ureinwohner, die ein ausreichendes Einkommen sicherstellen, sowie der Zerfall ihrer ursprünglichen Kultur. Immerhin gibt es einige Lichtblicke: die Kinder lernen in der Schule wieder ihre alten Bräuche, Fertigkeiten und ihre eigene Sprache, nachdem diese durch übereifrige Missionare im vergangenen Jahrhundert beinahe ausgerottet worden sind.




 
 
 
 
 

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Winter in der Blockhütte

Schliesslich bereiteten wir alles für die erste Fahrt zur Blockhütte am Tozitna River vor. Die Schlitten wurden mit Ausrüstung, Essen und Hundefutter beladen, und so hatten die angespannten Hunde schwer zu ziehen als wir uns auf den Weg machten.
Die Fahrt mit den beladenen Schlitten war viel anstrengender und mühsamer als wir es uns von den ersten Ausfahrten ums Dorf gewohnt waren. Stan führte den kleinen Konvoi an mit einem Gespann von etwa fünfzehn Hunden, während wir mit je sechs Hundestärken seiner Spur folgten. Es hatte in den vergangenen Tagen verhältnismässig viel geschneit, und da diesen Winter noch niemand zum Tozi hinaus gefahren war, sanken die Tiere tief ein und kamen nur langsam voran. Als der kurze Tag in das fahle Dämmerlicht des früh anbrechenden Abends überging hatten wir erst zwölf Meilen, also gerade knapp 20 km geschafft. Mehr hatten wir uns für diesen Tag jedoch auch nicht vorgenommen, denn auf jenem Hügel befand sich eine winzige Hütte, in der wir Unterschlupf für die Nacht fanden. Zuerst gab es jedoch noch viel zu erledigen, denn erst mussten die Hunde ausgespannt und angekettet werden, und jedes Tier bekam eine Unterlage aus frischen Tannenzweigen gegen die Bodenkälte. Anschliessend sägten wir Brennholz für den einfachen Ofen und schmelzten eimerweise Schnee, um den Hunden eine warme Mahlzeit zubereiten zu können. Erst als diese versorgt waren konnten wir es uns in der mittlerweile aufgeheizten Hütte bequem machen und ebenfalls einen Topf Essen warm machen.
Auf diese Weise waren wir vier Tage unterwegs, bis wir schliesslich die Hütten erreichten, in denen Stan früher jahrelang gewohnt hatte. Er war in den siebziger Jahren von Boston nach Alaska gekommen und hatte dort vom Staat ein Stück Land bekommen unter der Bedingung, dass er sich dort ein Haus baut und eine Zeit lang an dem Ort wohnt. So lebte er gemeinsam mit seiner Partnerin über zehn Jahre unter härtesten Bedingungen weit ab von der Zivilisation und brachte sich dabei einen grossen Teil seines Wissens selbst bei, bevor er sich dann später in Tanana niederliess.
Nun freuten wir uns darauf, auch einmal von diesem Leben in der Wildnis kosten zu dürfen und richteten uns in unserer Hütte wohnlich ein. Bald gewöhnten wir uns an das einfache Leben und lernten, wie wir uns in der subarktischen Wildnis zu verhalten hatten, teilweise jedoch erst nachdem wir am eigenen Leibe erfahren hatten, wie fatal sich winzige Fehler auswirken konnten.
Der übliche Tagesablauf bestand aus notwendigen Arbeiten wie Wasser vom Fluss holen, Holz sägen und hacken, Hunde versorgen und fast täglich mit ihnen ausfahren. Daneben hatten wir aber auch Zeit für ausgedehnte Schneeschuhtouren in die nahen Berge, liessen uns auf dem Snowboard hinter den Hunden herziehen ('Dogboarding'), versuchten uns im Fallen stellen oder statteten andern Leuten weiter unten am Fluss einen Besuch ab. Zudem musste etwa alle drei Wochen einer von beiden zurück nach Tanana fahren um mehr Proviant und vor allem Hundefutter zu holen. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass immer nur einer von uns geht, da wir nur 14 Hunde besassen und so eine lange Fahrt mit einem grossen Team, also 10 - 12 Tieren, viel einfacher und schneller war.
Zu den eindrücklichsten Erlebnissen gehörten ganz klar die Schlittenfahrten in sternenklaren Nächten, während über uns am Himmel die Nordlichter tanzten, nebst vielen weiteren tiefen Eindrücken in dieser einsamen und beinahe unberührten Natur. Nicht zu letzt ist auch die Beziehung zu unseren Hunden zu erwähnen, die sich im Laufe der Zeit entwickelte. Bewunderung für die körperlichen Leistungen die sie erbringen, aber auch die Intelligenz besonders der Leithunde, die das Team anführen und beispielsweise die Schlittenspur auch im tiefen Neuschnee immer zuverlässig fanden. Bewunderung aber auch für ihre ungebändigte Lust am Laufen und der offensichtlichen Freude am unterwegs Sein, die sogar nach einem langen und anstrengenden Tag auf dem Trail kaum nachzulassen schien.






 
 
 
 
 

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Kanutour auf dem Melozitna River

Irgendwann während des langen Winters wurde die Idee für eine weitere Kanutour auf einem abgelegenen Flüsschen geboren, und so machten wir uns bald daran, Karten zu studieren und von Einheimischen Informationen und Meinungen einzuholen. Informationen waren zumindest über den oberen Teil des Flusses kaum brauchbare zu finden, nur einige ältere Indianer erinnerten sich noch vage, wie ihre Väter früher gelegentlich dort draussen Biber gejagt hatten. Über den Unterlauf und seine Stromschnellen konnte uns der lokale Pilot immerhin recht detaillierte Angaben machen, da er schon einige Male Leute mit Rafts auf diesem Fluss abgesetzt hatte.
Dafür bekamen wir umso mehr verschiedene Meinungen betreffend der Machbarkeit unseres Vorhabens zu hören, die natürlich alles von 'unmöglich' bis hin zu 'no problem' einschlossen. Besonders die Wanderung zum geplanten Startpunkt schien ein grösseres Problem darzustellen, wenn nicht die grösste Schwierigkeit überhaupt. Ungefähr 100 km weglose und nasse Tundra standen uns bevor, mit einigen grösseren Wasserläufen dazwischen und teilweise sicherlich auch noch Stellen mit Altschnee vom Winter.

Schon während des Winters erstanden wir im Dorf ein Kanu, und zogen dieses relativ mühelos hinter dem Schlitten her zum Slokenjikh Creek hinaus, von wo aus wir die Tour zum Melozi River hinunter und weiter bis zur Mündung in den Yukon beginnen wollten. Zusammen mit einem grossen Sack voll Essen wurde dieses dort hoch in die Luft gehängt, denn so langsam würden die Bären aus ihrem Schlaf erwachen und bestimmt einen enormen Appetit mitbringen.

Nun standen wir also wieder auf dem Hügel ausserhalb des Dorfes, wo die Strasse endete und in den Schlittentrail zum Tozi hinaus überging. Tom, ein Freund aus Tanana, hatte uns noch dort hinauf gefahren und wünschte uns nun zum Abschied alles Gute, als wir uns mit schwer beladenen Rucksäcken auf den Weg machten.
Bald gerieten wir immer öfter in grosse Schneefelder und sanken oft hüfttief in der weichen Masse ein. Wie viel einfacher doch das Vorwärtskommen mit Hunden und Schlitten gewesen war!
Nach drei langen Tagen erreichten wir schliesslich Toms Blockhütte, die sich weiter flussabwärts ebenfalls am Tozi befand. Er hatte uns erlaubt, in seiner Hütte zu wohnen, während wir warten wollten bis das Eis auf dem Fluss aufbricht. Dies sollte ein riesiges Spektakel sein, wenn sich der meterdicke Eispanzer in Form von tonnenschweren Eisbrocken verabschiedet. Zumindest meistens, leider aber nicht diesen Frühling. Nachdem wir ganze drei Wochen in jener Hütte ausgeharrt hatten, verabschiedete sich das Eis nach und nach völlig unspektakulär. Der Frühling hatte einfach zu zögerlich eingesetzt, als dass der gesamte Fluss auf einen Schlag aufgebrochen wäre.
So machten wir uns einigermassen enttäuscht wieder auf den Weg und wanderten weitere drei Tage durch endlos erscheinende Tundraebenen.
Zu unserer grossen Erleichterung hing das Boot und die Vorräte noch immer sicher in den Bäumen und war bald startklar gemacht. Das vorerst noch winzige Flüsschen präsentierte sich enorm abwechslungsreich und spannend. Hinter fast jeder der unzähligen Biegungen erwartete uns eine neue Überraschung: Elchkühe mit ihrem Neugeborenen, von denen uns eine fast attakierte, Scharen von Bibern, Gänsen und anderen Wasservögeln, und einige Male auch Hindernisse wie eine Barrikade aus Eisplatten oder umgestürzte Tannen quer über den Bach.

Dank der grossen Mengen Schmelzwasser war die Strömung recht kräftig und so erreichten wir schon nach wenigen Tagen den Melozi River, wo das Tempo spürbar abnahm. Besonders aber die unzähligen Windungen des stark mäandrierenden Flusses liessen uns manchmal glauben, wir bewegten uns kaum vom Fleck. Irgendwie wollten die Berge in der Ferne einfach nicht näherkommen... Eigentlich störte uns das aber wenig, da wir gerne möglichst viel Zeit an diesem einsamen Fluss verbringen wollten. Bald mussten wir aber feststellen, dass wir uns beim Packen der Vorräte ziemlich verschätzt hatten und das Essen daher niemals für die vorgesehene Zeit reichen würde. Um die Tour deswegen nicht abkürzen zu müssen, setzten wir erst einmal auf 'Gänse-Diät', denn diese Tiere waren gerade auf dem Rückweg aus ihren Winterdestinationen und daher sehr zahlreich auf den Sandbänken entlang des Flusses versammelt. Endlich einmal waren wir richtig froh um das mitgeschleppte Kleinkalibergewehr und unsere Vorräte wurden so erfolgreich gestreckt.


Schliesslich erreichten wir jene Biegung des Flusses, die auf die wir schon länger gewartet hatten. Auf der Karte hatten wir eine heisse Quelle etwa einen Tagesmarsch abseits des Flusses verzeichnet gefunden. Zudem waren da noch ein paar Hütten eigetragen und auch in Tanana hatten uns schon ein paar Leute über diesen verlassenen Ort Auskunft gegeben. Zuerst mussten wir aber noch einen Tag Pause einlegen, da ich seit einiger Zeit krank war und mich vor der bevorstehenden Wanderung noch ein wenig erholen musste.
Als wir schliesslich den Ort mit den heissen Quellen erreichten, staunten wir nicht schlecht, als wir dort ein noch komplett eingerichtetes, jedoch schon seit vielen Jahren verlassenes Ferienresort vorfanden. Immer noch überwältigt von dem unerwarteten Luxus verlängerten wir unseren Aufenthalt dort gleich um ein paar Tage, zumal sich in der Küche sogar noch halbwegs geniessbares Essen fand, der Bach nebenan reichlich Fische hergab und besonders natürlich die stundenlangen Bäder im heissen Wasser nach dem wochenlangen feucht-kühlen Frühlingswetter mehr als willkommen waren.

Porentief sauber und halb aufgeweicht verliessen wir schliesslich den einladenden Ort und wanderten an den Melozi zurück. Dort erwartete uns nach kurzer Fahrt das grösste Hindernis unserer Tour, nämlich eine Folge von zwei grösseren Stromschnellen am Eingang zu einem längeren Canyon. Die Stromschnellen bei diesem Wasserstand zu befahren wäre gelinde ausgedrückt ziemlich leichtsinnig gewesen, und so trugen wir das Kanu und die gesamte Ausrüstung einen knappen Kilometer weit durch Wald und dichtes Gebüsch. Nach dieser Schinderei wasserten wir das Boot schliesslich wieder und freuten uns auf den bevorstehenden Flussabschnitt mit schnellem Wasser, zahlreichen kleineren Schnellen und einer gelegentlichen kalten Dusche. Gegen Ende des Canyons bauten wir am steinigen Flussufer ein eher ungemütliches Camp im anhaltenden Nieselregen auf, um dort die letzte Nacht unserer Tour zu verbringen.
Nach einigen weiteren Stunden Paddeln am nächsten Tag im nun wieder träge dahinfliessenden Fluss erreichten wir dann überraschend die Mündung in den Yukon. Obwohl wir diesen Strom schon von früher kannten, erschien er uns nach so langer Zeit auf einem kleineren Fluss nun doppelt so gewaltig, und so machten wir uns aufs Neue beeindruckt von seiner Grösse an die Überquerung dieser graubraunen Wassermasse, um am gegenüberliegenden Ufer schliesslich unser Ziel, das kleine Indianerdorf Ruby zu erreichen.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • lilu 15.01.2008 | 21:57 Uhr

    Das macht Lust auf MEHR, super schön geschrieben.

  • touran11.04 16.01.2008 | 19:21 Uhr

    Ein faszinierender Bericht! Für mich ist das nichts mehr, aber das Lesen macht schon Vergnügen. Die Bilder sind Klasse.

  • pisa 31.10.2009 | 16:56 Uhr

    Schöner Bericht - sehr ausführlich und gut geschrieben - lesen hat Spaß gemacht - vielen Dank dafür!

  • waterwoman 01.11.2009 | 09:42 Uhr

    ...schließe mich Pisa und den anderen an....für einen Moment in einer anderen Welt versunken...Danke...

  • brandriba 21.03.2010 | 11:16 Uhr

    We love Alaska, Dein Bericht hat uns mitreisen lassen, wünschte er hätte noch mehr von den tollen Bildern! Ganz Klar 5***** LG aus der CH Billy und DAni

  • rs_artwork 22.03.2010 | 10:22 Uhr

    Alaska war mit Sicherheit ein echtes Abenteuer und der Bericht schön zu lesen.

    VG
    Rüdiger

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