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Reisebericht: Auch das ist Mallorca: Die Quellen 'Ses Fonts Ufanes' - ein kleines Wunder im Märchenwald
Regnen muss es auf Mallorca. Viel und heftig regnen muss es. Mindestens 115 Liter pro Quadratmeter innerhalb kürzester Zeit müssen es sein im Tramuntana-Gebirge auf 1000 m Höhe nahe dem Kloster Lluc.
Nur dann ist hier ein Schauspiel zu sehen, das seinesgleichen sucht und eine der bedeutendsten Naturattraktionen der Balearen ist. Am Pfingstwochenende war es wieder so weit. Nie hat es im Mai – seit es Wetteraufzeichnungen gibt auf Mallorca – so viel geregnet. Pech für die Sonne suchenden Urlauber. Ein Segen für den sensiblen Wasserhaushalt der Insel. Und Grundvoraussetzung für das Sprudeln der Quellen im märchenhaften Steineichenwald bei Campanet, einem kleinen Dorf am Fuß des Gebirges im Norden der Insel.
Nicht erst seit die Quellen von Ufanes zum nationalen Kulturerbe Spaniens ernannt wurden und vom balearischen Umweltministerium betreut werden, ziehen bei der Finca Gabelli Petit nach besonders regnerischen Tagen Karawanen von Einheimischen und informierte Touristen etwa einen Kilometer hinauf in den dichten Wald. Düster wirken die schwarzen Stämme mit ihren bizarren Ästen nur auf den ersten Blick. Sogleich wird man von einer mystischen Stimmung umhüllt. Fahles Licht durchdringt das dichte Gewirr der Bäume, lässt den Wald magisch erscheinen. Sah so ein Märchenwald aus?
Noch ganz gefangen von diesen unerwarteten Eindrücken ist, je näher man kommt, immer heftigeres Wasserrauschen zu vernehmen. Plötzlich taucht mitten im Wald ein etwa vier Meter breiter Wildbach mit einer Wassertiefe von sicherlich einem Meter auf. Schaumkronen hüpfen in schneller Geschwindigkeit von Stein zu Stein.
- Doch, von woher kommt der Sturzbach? Zuerst begreife ich gar nichts. Denn er entspringt den Steinen und Felsbrocken direkt vor meinen Augen! Erst allmählich wird mir klar, dass es wirklich so ist. Ungläubig blicke ich suchend bergauf. – Nur stiller dunkler Wald und weit und breit kein Wasser. Also ist es wahrhaftig so, dass dieser mächtige Wildbach direkt vor mir entspringt.
Kaum 200 Meter weiter im dichten Wald traue ich meinen Augen erneut nicht. Großflächig tritt hier frisches Quellwasser mit großem Druck an zwei Stellen aus dem steinigen Waldboden und läuft um die Eichen herum munter bergabwärts.
Dieses wundersame Phänomen lässt sich geohydrologisch ganz einfach erklären: Nachdem das Wasser heftiger Regenfälle oben im Gebirge in das karstige Felsgestein eingedrungen ist, sammelt es sich im Berginneren und tritt etwa 900 Meter tiefer, in diesem Wald bei Campanet, sturzbachartig zutage. Nur wenige Tage dauert dieser Spuk. Und meist auch nur ein- oder zweimal im Jahr.
Die gut erhaltende ehemalige Köhlerstelle neben den Quellen gerät bei diesem unwirklichen Naturschauspiel zur bedeutungslosen Nebensächlichkeit. Wie an unzähligen Stellen des Tramuntana-Gebirges, wurde auch hier bis vor wenigen Jahrzehnten hochwertige Holzkohle aus Steineichen gebrannt.
Noch richtig verklärt nach all diesen Erlebnissen, wandere ich wieder hinaus aus dem mystischen Märchenwald, zurück in die Zivilisation.
Mai 2008
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Sehr interessant, dein Bericht. Von diesem Phänomem habe ich noch nie gehört. Schade, dass man dieses Erlebnis beim Urlaub nicht einplanen kann!
Liebe Grüße
Resi -
Wunderschöner Bericht! Ein wirklich interessantes Erlebnis! Und schöne Fotos.
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schöner Bericht, das möchte ich auch gerne einmal sehen. Aber -wie oben schon erwähnt- kann man das ja nicht vorplanen.
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sehr schöner Bericht!
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