Reisebericht

Reisebericht: Kalahari im Sturm

 
 
 
 
 
Reisebericht: Kalahari im Sturm

Sturm und Stille im Kiliekrankie Wilderness Camp
Der Kgalagadi Transfrontier Park gehört schon lange zu unseren Favoriten im südlichen Afrika. So waren wir auch im Oktober 2006 dort, zum ersten Mal im Camp Kiliekrankie. Das Camp selbst liegt spektakulär, mitten in der Dünenlandschaft, hoch auf einer Düne mit einem wunderbaren Blick auf ein Wasserloch.

 
 
 
 
 

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Kiliekrankie Wilderness Camp

Achtung: Trinkwasser und Feuerholz / Grillkohle selbst mitbringen! Das Camp liegt etwa 50 km nördlich von Twee Rivieren (oder 1 1/2 Std. Fahrt) an der Southern Dune Road. Nicht eingezäuntes Camp, Betreuung der Gäste durch einen sogen. tourism assistant. Nur für Selbstversorger, dafür mit spektakulärer Lage auf einer Düne und tollem Blick.

Persönliche Meinung von Zypresse:
Das Camp liegt einzigartig, besteht aus Zelten mit einem traumhaften Ausblick über Dünen und ein Wasserloch. Auch geeignet als Auisgangspunkt für Pirschfahrten durch den Park. Zelte für Selbstversorger (Laden und Tankstelle in Twee Rivieren), mit ausgestatteter Küche, Bad, Doppelbett (eine Einheit ist rollstuhlgerecht ausgebaut). mehr



 
 
 
 
 

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Am zweiten Nachmittag unseres Aufenthaltes passierte es: ein Sturm kündigte sich an. Zunächst mit einem fernen Grollen, Donnern, das immer näher kam. Wolkenformationen zogen auf, vorbei, türmten sich immer spektakulärer vor uns auf. Die Tiere wurden merklich unruhig, am Wasserloch fehlten die üblichen Besucher, die Sekretärsvögel kamen nicht, der Schabrackenschakal eilte durch die gegenüberliegende Düne in Richtung seines Baus, die Afrikanische Wildkatze rief ihre Kätzchen und trieb sie in die Sicherheit der Höhle hinter der nächsten Düne. Der Wind kam, zerrte an den Zeltwänden, zunächst noch als angenehme Abkühlung von der Tageshitze empfunden, aber immer kräftiger, bald beängstigend stark. Wir fühlten uns so klein und machtlos angesichts der Naturgewalten, die um uns brausten.

Das Licht änderte sich schnell wie die Wolken zogen, wurde rötlich, wurde gelb, wurde dunkel. Der Lärm des Donners kam immer näher, Blitze erhellten den Nachmittag und der Sturm brauste um uns herum. Wir hatten uns längst in das Zelt zurückgezogen, auf der Terrasse war das Sitzen unmöglich geworden, denn der Wind brachte immer mehr feinen roten Kalaharisand mit. Die Gedanken kreisten: hält unser Zelt dem Sturm stand? Sind wir hier in Sicherheit?



Draussen war es inzwischen ganz finster geworden, die Zeltwände hatten wir geschlossen und saßen im Kerzenschein in unserem sicheren Hort. Der Donner war nun ganz nah, folgte fast unmittelbar auf den hellen Schein der Blitze und plötzlich, nur für wenige Minuten war es still, ganz still: kein Wind, kein Donner, kein Geräusch um uns zu hören.

Ein magischer Moment, der sich auflöste, als die ersten dicken Regentropfen auf unser Zeltdach klopften, zu einem stetigen Geräusch wurden. Der Wind frischte wieder auf, auch Blitz und Donner waren wieder da.

Dennoch: der Regen Afrikas, dringend in der trockenen Wüste der Kalahari erwartet, benötigt, um den Zyklus des Lebens neu anzustoßen, war eine Erlösung. Eine Erlösung für das Land, die Tiere und Pflanzen, aber auch für uns, nahm er doch die Spannung der letzten Stunden von uns.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • Aussie 19.11.2008 | 14:30 Uhr

    herrlich geschrieben, man spürt den Sturm richtig....LG Roswitha

  • Zypresse 19.11.2008 | 14:52 Uhr

    Danke, Roswitha!

  • Lioness 21.11.2008 | 10:27 Uhr

    Eine tolle Beschreibung! Ich konnte mich richtig in eure Situation einfühlen.
    Muß sehr bedrohlich gewesen sein, aber auch reizvoll.

    Baiba

  • Zypresse 22.11.2008 | 11:23 Uhr

    Danke, Baiba!

  • mamatembo 30.04.2009 | 16:54 Uhr

    Sehr lebendig und schön beschrieben!
    Gruß Beate

  • RdF54 04.06.2009 | 17:32 Uhr

    hatte das Glück ähnliches in der Kalahari zu erleben und weiß, daß es unvergesslich ist!
    Diese Stimmung - die Gefühle - diese Lautsärke ... vor allem in einem Zelt!

    LG Robert

  • BertNor 24.10.2009 | 22:21 Uhr

    gern gelesen!

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